Der Chor

 

Klein, aber fein: So lautete die Devise seit der Gründung des Ensemble Vocale Mainz im Jahr 1984. Das, was seinerzeit erstmals in sehr kleiner Besetzung zu hören war, hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem engagierten und - auch von der überregionalen Presse - sehr positiv beurteilten Kammerchor entwickelt.

Als eigenständiger, freier Kammerchor hat das Ensemble zunächst Konzerte, Kirchenmusiken und umrahmende Gestaltungen im Rhein-Main-Gebiet gesungen und so Aufträge für Schallplattenproduktionen, zu Rundfunkaufnahmen bzw. auch zu einer ausgedehnteren konzertanten Tätigkeit (u.a. Frankfurt, Würzburg, Regensburg, Eichstädt, München, Paris, Dijon) und weitere Verpflichtungen wie z.B. zu Konzerten anlässlich der Bundesgartenschau oder der Wiesbadener Maifestspiele erhalten. 1994 wurde das Ensemble, das auch im Verband der Deutschen Konzertchöre vertreten ist, beim Internationalen Chorwettbewerb in Riva del Garda mit Silber ausgezeichnet.

Neben der a cappella-Arbeit gab es befruchtende Zusammenarbeit u.a. mit Pianisten wie Claudia von Lewinski, Gerhard Wöllstein, Uwe Zeutzheim oder auch dem „Mainzer Kammerorchester“ und dem „Marburger Kammerorchester“ sowie zahlreichen Vokalsolisten. Unter Wolfgang Sieber, dem ständigen musikalischen Leiter, singt heute eine Stammmannschaft erfahrener Chorsänger. Wesentlich ist dabei, dass sich chorisches Einsingen (zurzeit mit der Konzert- und Opernsängerin Katja Boost) und - soweit möglich - flankierende Einzelstimmbildung sinnvoll ergänzen. Im Regelfall wird mit höchstens 32 Sängerinnen und Sängern gearbeitet, weil so ein verantwortungsvolles, spannungsreiches Musizieren für alle Beteiligten möglich wird. Die bewusste Arbeit in sehr kleiner, kammermusikalischer Besetzung gibt der Individualität der Einzelstimme als Klang-Register größtmöglichen Freiraum, wobei trotzdem noch ein weitgehend homogenes Klangbild ermöglicht wird.

Seit Gründung des Ensembles hat Wolfgang Sieber auch darauf geachtet, dass die ganze Spannbreite des Vokal-Repertoires in die musikalische Arbeit miteinbezogen wurde. Von Dufay bis Poos, von Schütz bis Hessenberg, von Haydn bis Mendelssohn Bartholdy, vom gregorianischen Choral bis hin zu Kompositionen des 20. Jahrhunderts wie Pärt oder Moss wurde immer nach einer stilgerechten und gleichzeitig dem zeitgenössischen Musikempfinden vermittelbaren Interpretation gesucht. Zusätzlich war bei der Werkauswahl auch immer bestimmend, nicht nur bekannte Kompositionen zu singen, sondern auch abseits ausgetretener Konzertpfade Neues zu entdecken, Vergessenes wiederzubeleben.